Sportpolitik in Europa

Sport und Völkerverständigung haben schon von jeher eng zusammengehört, das ist auch im Europa der Gegenwart nicht anders. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich die EU im Vertrag von Lissabon auf die Fahnen geschrieben hat für viele Dinge Sorge zu tragen: Zum Beispiel dafür, dass es bei allen sportlichen Wettkämpfen offen und fair zugeht, dass die überregionale Kooperation von Sportvereinen und -verbänden besonders gefördert und unterstützt werden soll und dass die jungen Nachwuchssportler nicht aus dem Blick verloren werden sollen. Dazu gehört aber im Zeitalter von Doping, Betrug & Co. natürlich auch, dass dieses traurigste Kapitel der jüngsten Sportgeschichte endlich substanziell angegangen wird.

Wie wichtig der Sport den Bürgern in der Europäischen Union ist, dies kam auch auf der letzten Konferenz 'EU:Sport:Future' zum Tragen. Hundert Bürger, Sportler, Verbandsvertreter und Verwaltungsmitarbeiter aus nationalen und europäischen Gremien trafen sich, um die zukunftsweisende Wirkung des Sports in Europa miteinander zu diskutieren. In einer gemeinsam verfassten Erklärung gaben sie Empfehlungen, die auch dem Europäischen Parlament in Brüssel vorgelegt und anschließend dort diskutiert wurden. Insbesondere die Bereiche Gesundheit, Bildung und Erziehung, Sportausbildung, freiwillige Helfer und der gesellschaftliche Aspekt vom Sport in Europa wurden hierbei angesprochen.

In einer immer stärker professionalisierten Sportwelt ist auch in Europa der Blick auf unlautere und kriminelle Praktiken, gerade mit talentierten jugendlichen Nachwuchssportlern zu richten, wie das EU-Parlament befand. Unter anderem, so die Politiker in Brüssel, sollen die Tätigkeiten sogenannter Spieler-Agenten europaweit reguliert und kontrolliert werden, damit Sportler in jeder Hinsicht vor derlei Agitationen geschützt werden. Auch soll die FIFA-Regel, die die Weitergabe von Profispielern unter 16 Jahren von einem Verein zum andren verbietet, absolut strikt und unnachgiebig angewendet werden.

Angeregt von den Verbänden der Fußballprofivereine hat sich das EU-Parlament darauf verständigt, dass eine "Europäische Charta für Solidarität im Fußball" ins Leben gerufen wird. Damit wird unter anderem unterbunden, dass junge Profifußballer aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit diskriminiert werden können - so haben die Parlamentarier die von der FIFA vorgeschlagene Regel, dass auf sechs Inländer maximal fünf Ausländer in eine Fußballmannschaft spielen können sollen, ausgehebelt. In Europa gilt also: Gleiches Recht für alle, die gut genug für den Profifußball sind.