EU Länder

Der Vorläufer der heutigen EU war in den fünfziger Jahren die so genannte Europäische Gemeinschaft, die unter den Abkürzungen EGKS, EWG und Euratom bekannt war. Zunächst bestand sie lediglich aus sechs Mitgliedern, nämlich der Bundesrepublik Deutschland (aber ohne die DDR), Frankreich, Italien, Luxemburg, den Niederlanden und Belgien. Die letzten drei der genannten EU-Gründungsstaaten schlossen sich nochmals zu einem Bündnis zusammen, den so genannten Benelux-Staaten. Dieses Bündnis, wie auch die EU, sollte einen stabilen Rahmen für einen gemeinsamen Binnenmarkt schaffen.

Zwar hat sich seit der Gründung der EU vor über fünfzig Jahren viel getan, aber noch immer haben die ursprünglichen Gründungsmitglieder bei anstehenden Innovationen einen besonderen Einfluss. Zum Beispiel, wenn es um die Erweiterungsdiskussion geht bzw. um die Geschwindigkeit, in der neue Mitglieder aufgenommen werden. In den siebziger Jahren folgte die zweite Beitrittswelle. Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreich waren nun ebenfalls vollwertige EU-Mitglieder. Ein Jahrzehnt später konnten Spanien und Portugal, nachdem in beiden Ländern stabile demokratische Systeme installiert worden waren, ebenfalls die Beitrittserklärung unterschreiben.

Zuvor hatten sich beide Staaten bereits eng an der EU orientiert. Noch ein Jahrzehnt darauf, brachte die deutsche Wiedervereinigung 16 neue EU-Mitglieder mit sich. Dann endlich zogen auch die Skandinavier nach. Mitte der neunziger Jahre wurden Schweden und Finnland EU-Mitgliedsstaaten, nur Norwegen konnte sich weiterhin nicht zum Beitritt entschließen. Dafür kam aber noch Österreich hinzu. Anfang des dritten Jahrtausends fand die - heiß diskutierte und bei einigen Mitgliedern bis heute umstrittene - EU-Osterweiterung statt.

Acht neue Mitglieder aus dem ehemals kommunistischen Mittel- und Osteuropa gehörten nun zur EU: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowenien, Slowakei und Ungarn. Darüber hinaus wurden auch noch Malta und der griechische Teil der Insel Zypern in das Staatenbündnis aufgenommen. Heute besteht die EU aus insgesamt 27 Mitgliedsstaaten, die durch ihren Staatenvertrag ein Bündnis geschlossen hat, das ihnen mit dem so entstandenen europäischen Binnenmarkt international einen großen wirtschaftlichen Aktionsraum verschafft hat.