EU Geschichte

Die Geschichte der Europäischen Union lässt sich mit den Schlagworten 'Ausdehnung' und 'Demokratisierung' überschreiben. Nach den verheerenden Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges, bestand ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität. Dies war wohl der Grundgedanke, der in den fünfziger Jahren die sechs Gründungsmitglieder der Europäischen Gemeinschaft, wie die EU anfangs hieß, an einen Tisch brachte. Auch der Kalte Krieg und die immer wieder über Europa hängende Bedrohung eines Atomkrieges, verstärkten die Bemühungen einen stabilen europäischen Staatenbund zu gründen und weiter auszubauen.

Deshalb sind die fünfziger Jahre nicht nur die Zeit der Gründung, sondern auch des Bestrebens wirtschaftlich und politisch weiter zusammen zu wachsen, um den äußeren Bedrohungen besser entgegentreten zu können und dabei gleichzeitig als europäische Wirtschaftsmacht international zunehmend Einfluss zu gewinnen. Die 60er Jahre waren die Zeit des Wirtschaftswachstums, das eine solche Höhe erreichte, dass innerhalb der Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft keine Zölle mehr erhoben wurden. Darüber hinaus wurde eine gemeinsame Lebensmittelkontrolle einzuführen. Doch gegen Ende der Sechziger zeichnet sich mit den beginnenden Studentenunruhen der 68er-Generation bereits ein anhaltender gesellschaftlicher Wandel bis hin zu umbruchartigen Entwicklungen ab.

Vor dem Hintergrund einer weiter anhaltenden wirtschaftlichen Stabilität wächst auch die EU mit ihren drei neuen Mitgliedern, Irland, Dänemark und dem Vereinigten Königreich, weiter an. Spanien und Portugal erleben, sicherlich nicht gänzlich unbeeinflusst durch die 68er-Bewegung, endlich die Demokratisierung ihrer Länder und treten nun auch der EU bei. Ein Aktionsschwerpunkt der EU ist es ärmere Länder in Europa zu finanziell stützen und so zu wirtschaftlichem Aufschwung, der Schaffung von Arbeitsplätzen und damit einer weiteren Demokratisierung beizutragen.

Mit dem Fall der Mauer kommen 16 Millionen Bundesbürger auf einen Schlag in die EU, damit wird das eingeleitet, was im dritten Jahrtausend dann zu einer immer weiteren Ausdehnung der EU führt: Ein Europa ohne Grenzen. In den kommenden Jahren treten viele ehemals kommunistische Staaten aus Mittel- und Osteuropa der EU bei und der europäische Binnenmarkt wächst und wächst. Vier Prinzipien sind dafür maßgebliche Paradigmen: der freie Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital. Unter diesen Vorzeichen agieren nun 27 Mitgliedsstaaten innerhalb der EU, auch auf rechtlicher Ebene, um beispielsweise bei der Verbrechensbekämpfung und der Bedrohung durch Terror entgegen zu wirken.